Kleine Hausgeschichten
Kathrin Ollroge erforscht in ihren Fotoessays Verhältnisse zwischen Ort, Zeit und Identität. Im Fokus stehen reale und fiktive Orte, mit ihren Menschen und ihren individuellen und kollektiven Erinnerungen und Erfahrungen. In ihren Projekten verarbeitet sie private und gesellschaftliche Historien im Bezug zum Ort.
Häusliche Alltagsszenen wurden auf den Bühnen alter Puppenhäuser kreiert, die zuvor aus der Bevölkerung gesammelt worden waren. Es entstanden fiktive, entfremdete Schauplätze von (Kindheits-)Erinnerungen, in denen die Grenze zwischen Phantasie und Wirklichkeit zu verwischen scheint. Eine Plattform für Erinnerungen an Vergangenes oder fast Vergessenes; Erinnerungen an die Umgebung, in der wir aufgewachsen sind, die uns formt und Einfluss auf die Entfaltung unseres weiteren Lebens hat.
Der Betrachter der Bilder begibt sich in eine eigene fiktive Welt, in der man sich mit seinen eigenen Assoziationen und Geschichten wiederfinden kann und die Raum bietet für neue Geschichten. Ein sich wiederholender Kreislauf unserer Erinnerungen aus privaten Umgebungen, Räumen, Küchen, Wohnzimmern, die auch die Geschichten und Erinnerungen von jedermann sein können.
Das Projekt wird momentan in der Lindenstraße 15 in der Innenstadt Potsdams durchgeführt. Die Ausstellungsräume wurden gesponsert von der THAMM & PARTNER GmbH und in häuslichem Ambiente dem Stil der Puppenstuben angepasst und eingerichtet. So entstand ein „öffentliches Wohnzimmer“ als Sammelplatz und Archiv von Geschichten und Erinnerungen. Diese sollen im Dialog mit der Öffentlichkeit in einem kulturellen Kontext durch künstlerische Mittel neu verarbeitet werden. Neben den fotografischen Arbeiten werden Rauminstallationen sowie Porträts, Interviews und Textbeiträge zum Thema produziert.

